Grüne nominieren Manne Lucha als Kandidat für den Landtagswahlkampf 2021

Manne Lucha tritt erneut als Landtagskandidat für den Wahlkreis Ravensburg an. Mit überwältigender Mehrheit von 97% wählten die stimmberechtigten Parteimitglieder bei der Nominierungsversammlung den 59jährigen am gestrigen Dienstag in der Schussentalhalle in Ravensburg-Oberzell.

Lucha war ohne Gegenkandidat angetreten. Luchas Ziel und das seines Kreisverbandes ist klar: „Wir holen wieder das Direktmandat“, rief Lucha den Parteimitgliedern zu. Im einst schwarzen Oberschwaben zog Lucha 2011 erstmals in den Landtag ein. Bei der Wahl 2016 holte er erstmals vor der CDU das Direktmandat, was ihm landesweite Aufmerksamkeit verschaffte. Seit 2016 ist er Minister für Soziales und Integration der grün-schwarzen Landesregierung. „Gemeinsam haben wir es geschafft, dass Oberschwaben heute grün ist“, dankte Lucha seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern. Er wolle auch in der kommenden Legislaturperiode für gesellschaftlichen Zusammenhalt, für eine offene Gesellschaft und gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung kämpfen. Der Klimaschutz bleibe auch künftig grünes Kernthema.

 

Die Ravensburger Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende Agnieszka Brugger bezeichnete in ihrem Grußwort Manne Lucha als den profiliertesten und bekanntesten Politiker Baden-Württembergs in der Corona-Krise neben Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Sie lobte sein erfolgreiches Krisenmanagement und seine zupackende Art, erinnerte aber auch an die Verdienste, die sich Lucha sonst in der Landespolitik erworben hatte und betonte, er sei auch als Abgeordneter immer für die Anliegen der Menschen in seinem Wahlkreis erreichbar. Sie sei sich sicher, dass die Grünen mit Lucha und Kretschmann bei der Landtagswahl im Frühjahr 2021 ein hervorragendes Ergebnis erzielen werden. Davon erhoffe sie sich kräftigen Rückenwind für die Bundestagswahlen im Herbst 2021. 


Als engagierte Kämpferin vor allem für die Sache der Frauen und für Gleichstellung präsentierte sich Carmen Kremer als Zweitkandidatin. Die hauptberufliche Gleichstellungsbeauftragte am Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg forderte die „Hälfte der Macht für die Frauen“. Um das zu erreichen, müsse die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser werden, genauso wie die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Sie forderte energisch, die Arbeitsbedingungen in den systemrelevanten Berufen, die häufig von Frauen ausgeübt werden, zu verbessern. „Nur Klatschen reicht nicht!“ Carmen Kremer ist im Ehrenamt Kreisrätin im Ravensburger Kreistag, Kreisvorsitzende der Grünen und in landes- und bundespolitischen Gremien der Grünen aktiv. Kremer erhielt bei ihrer Wahl 48 von 61 abgegebenen Stimmen, bei acht Gegenstimmen und fünf Enthaltungen.


Ebenfalls als Zweitkandidatin hatte sich Yekta Vardar aus Ravensburg beworben. Sie konnte mit ihrer Bewerbung acht Stimmen auf sich vereinen. Die in mehreren Ehrenämtern engagierte 47jährige Friseurmeisterin, die krankheitshalber ihre Rede nicht selbst vortragen konnte, sprach sich vor allem für die berufliche Förderung von Frauen und Jugendlichen aus.