Carmen Kremer: Bewerbung als Zweitkandidatin für den Landtag im Wahlkreis Ravensburg-Tettnang

 

Liebe Freund*innen,

seit 2015 bin ich Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen. Sympathisantin bin ich schon viel länger. Die Grünen waren und sind meine politische Heimat. Ich habe noch nie eine andere Partei gewählt, weil meine politischen Werte und die Ziele von Bündnis 90/Die Grünen die größte Schnittmenge haben.

In der Friedensbewegung, der Antiatomkraftbewegung, der Frauenbewegung und in Naturschutzverbänden habe ich mich über Jahrzehnte engagiert. Mitglied einer Partei zu werden, hielt ich zunächst nicht für nötig.

Doch als die AfD immer mehr Gewicht bekam, habe ich mich entschlossen, Parteimitglied zu werden. Ich wollte noch mehr, deutlicher und klarer mein Engagement in die Politik einbringen.

Seit 2017 bin ich Kreisvorsitzende der Grünen im Kreisverband Ravensburg. Die Aufgaben sind sehr vielfältig. Mit einem großartigen Team macht die Arbeit vor Ort viel Spaß. Gemeinsam wollen wir unsere wichtigen grünen Themen voranbringen. Es ist schön, zu sehen, wie unsere Partei wächst. Die Verankerung in unserer Bevölkerung nimmt stetig zu. Um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden, brauchen wir neue Strukturen. Unsere Mitglieder wollen aktiv beteiligt werden.

Diese Strukturen und Formate mitentwickeln zu dürfen, macht mir sehr viel Freude. Hier investiere ich gerne Kraft, Kreativität und Zeit.

2017 wurde ich von der Kreismitgliederversammlung in die Landesarbeitsgemeinschaft Frauenpolitik entsandt. 2018 übernahm ich dort die Funktion der Sprecherin und ließ mich in die Bundesarbeitsgemeinschaft entsenden. Die Gleichstellungs- und. Frauenpolitik ist mir seit langem ein Herzensanliegen. Hier möchte ich mich verstärkt inhaltlich einbringen. Seit den Kommunalwahlen 2019 bin ich Kreisrätin im Landkreis Ravensburg. Hier gehöre ich zu den wenigen Frauen, die dort vertreten sind. Gerade mal knapp 20 Prozent ist der Frauenanteil in diesem Gremium. Die Hälfte der Frauen stellen wir als grüne Fraktion. Auf diesem Gebiet gibt es noch viel zu tun!

Die Landespolitik ist ein weites Feld, ich habe für mich mal drei Schwerpunkte herausgenommen: die Klimawende, den Gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Soziale Gerechtigkeit.

 

KLIMAWENDE

Mobilität: Wir brauchen für jede Region ein Mobilitätskonzept, das auf die jeweiligen Bedürfnisse angepasst ist. Der Öffentliche Personen-Nahverkehr (ÖPNV) ist hier sicher ein wichtiger Baustein, vielleicht sogar der Rückhalt. Aber auch neue Konzepte müssen hinzukommen. Im ländlichen Raum werden wir nicht auf den Individualverkehr verzichten können, aber wir können dafür den Rahmen schaffen, dass es möglich wird, durch Mitnahme die Autos zu verringern. Wir müssen auch die Benutzung des Fahrrads attraktiver gestalten. Der Güterverkehr gehört wieder verstärkt auf die Schiene und wir sollten Verteilungszentren am Rande unserer Städte einrichten. Die Elektromobilität muss ausgebaut werden, Ladestationen müssen installiert werden. Hier gibt es sehr viele gute Ideen, diese müssen weiterverfolgt, finanziert und umgesetzt werden.

Energiewende: Ausbau und Förderung der Regenerativen Energiegewinnung. Solar- und Windkraft müssen gefördert und eventuell auch bei Neubauten vorgeschrieben werden. Die Trasse von Norddeutschland muss in den Süden gebaut werden. Wir müssen alles unternehmen, um die Energiewende hinzubekommen. Die Zeit läuft uns weg und wir sind verantwortlich für die nachfolgenden Generationen. Der Kohleausstieg muss vorangetrieben werden. Auch Stimmen, die jetzt unter dem Vorwand, den CO2-Ausstoß zu verringern, wiederaufkommen, müssen wir klar Paroli bieten: Atomkraft ist keine Alternative: heute und in aller Zukunft nicht.

Klimavorbehalt: Die Klimaauswirkungen müssen eingepreist werden. Um ordentliche, zeitgemäße Entscheidungen treffen zu können, brauchen wir Anhaltspunkte, welches Ausmaß die einzelnen Maßnahmen, z.B. Baumaßnahmen auf unser Klima haben. Wir dürfen nicht länger zusehen, wie vieles nur unter finanziellen Aspekten betrachtet und entschieden wird.

 

GESELLSCHAFTLICHER ZUSAMMENHALT

Alle Menschen, die in unserem Land leben, haben dieselben Rechte und Pflichten. Alle sind gleich viel wert. Wir lassen es nicht zu, dass einzelne Gruppen an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden! Gemeinsam müssen wir für unser Land eintreten. Es ist unsere gemeinsame Heimat in der alle, die sich an unser Grundgesetz, unsere Rechtsordnung und unsere Wertgemeinschaft halten, willkommen sind– ganz egal, welche Herkunft, sexuelle Orientierung, Identität, Religion oder Geschlecht eine Person hat. Die Vielfalt unserer Gesellschaft ist großartig und beinhaltet viele Chancen. Wir müssen dafür sorgen, dass die Gleichstellung der Geschlechter endlich umgesetzt wird und müssen hier die geeigneten politischen Maßnahmen ergreifen. Auch darf es in Deutschland und selbstverständlich in Baden-Württemberg keine Ausgrenzung von Menschen geben, deren sexuelle Orientierung und Identität nicht der heterosexuellen Norm entsprechen. Nach der „Ehe für alle“ müssen wir weitere Vorurteile abbauen und dafür Sorge tragen, dass z.B. „Schwul“ nicht mehr als Schimpfwort verwendet wird, oder dass homosexuelle Lehrer gleich der Pädophilie beschuldigt werden. Wir müssen in unserem Sprachgebrauch alle mit einbeziehen und dürfen nicht einzelne Gruppen ausschließen. Sprache ist der Spiegel unserer Gesellschaft. Es ist an der Zeit, hier aktiv etwas zu ändern und diese Änderungen auch einzufordern.

 

SOZIALE GERECHTIGKEIT

Bildungsgerechtigkeit: Unsere Schulen müssen so aufgestellt werden, dass wir kein Kind auf dem Weg zu den verschiedenen Abschlüssen verlieren. Bildungsgerechtigkeit beseht erst dann, wenn der Bildungsgrad nicht von der Vorbildung oder dem Einkommen der Eltern abhängig ist. Es kann nicht sein, dass Kinder aus ärmeren Familien seltener Abitur machen und weniger studieren können. Hier sind wir noch einen großen Schritt von Gerechtigkeit entfernt. Die Bildungspolitik ist immer sehr umstritten und wir werden sie nie so hinbekommen, dass alle gleichen Maßen zufrieden sein werden. Unsere Aufgabe sehe ich aber schon darin, uns für die Schwächeren einzusetzen. Wir brauchen mehr Ganztagesschulen, um einmal die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für die Eltern zu ermöglichen, und, um eine gerechtere Schulbildung zu ermöglichen. Hierzu müssen wir weiter an dem Konzept der Gemeinschaftsschule bauen und konsequenter auf ein Zweisäulensystem setzen.

 

Wohnungsbau: Wir brauchen an allen Orten mehr Wohnraum. Sozialen Wohnungsbau müssen wir fördern. Quartiersbau mit sozialem Anschluss für die Bewohner*innen wird von immer größerer Bedeutung sein. Das Bauen muss erleichtert werden, aber deshalb dürfen wir nicht unsere Landschaft weiter so versiegeln. Dies muss im Einklang mit der Natur geschehen. Wir müssen mehr im Inneren der Städte und Gemeinden verdichten. Es darf keine weitere Zersiedlung stattfinden. Gerade bei uns müssen wir darauf achten, dass mehr Geschosswohnungen entstehen, die sich auch Familien mit mittlerem Einkommen leisten können. Die Gesamtperspektive der Raumschaft ist zu betrachten: Wohnungsbau, Arbeitsplätze und Pendelverkehr.

 

Kinderbetreuung und Pflege älterer Menschen: Baden-Württemberg braucht ausreichend Kinderbetreuungsplätze, die auch flexibel einsetzbar sind. Im Moment fordern wir von allen Beschäftigten hohe Flexibilität. Die Kinderbetreuungsmöglichkeiten sind leider immer noch sehr starr. Wenn ich im Krankenhaus als Ärzt*in oder Krankenpfleger*in arbeite, dann wird von mir erwartet, dass ich im Schichtdienst die Patient*innen versorge. Die Betreuungsmöglichkeiten gehen hier aber nicht darauf ein. Die KiTa macht um 7:30 Uhr auf und endet um ca. 16:30 Uhr. Dies ist nur ein Beispiel und ich weiß natürlich, dass die Öffnungszeiten sehr verschieden sind. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es aber z.B. noch keine. Eine Frühschicht beginnt um 5:30 Uhr, wie soll das denn kompatibel sein? Für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie brauchen unsere jungen Väter und Mütter aber ein verlässliches, qualitativ gutes System!

 

Die Pflege und Wohnformen älterer Menschen sollten uns am Herzen liegen. Es gibt zu wenig Pflege- bzw. Kurzzeitpflegeplätze, hier müssen wir sicher weiter den Fokus darauflegen. Immer mehr ältere Menschen werden von ihren Angehörigen versorgt. Hier müssen die Unterstützungsmöglichkeiten weiter ausgebaut werden. Die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf müssen wir verbessern.

 

Politik ist für mich immer Teamarbeit! Im Kreisvorstand, im Kreisverband, im Landesverband und im Bundesverband. Nur gemeinsam können wir unsere Themen, unsere Ziele voranbringen. Mit euch hier im Kreisverband Ravensburg bzw. den Mitgliedern aus dem Wahlkreis 69 möchte ich mich für ein starkes Grünes Ergebnis bei der Landtagswahl 2021 einsetzten. Ich würde mich über euer Vertrauen sehr freuen und kann euch versichern, dass ich meine Kraft dafür einsetzen werde, unseren Erstkandidaten zu unterstützen.

 

Carmen Kremer