Öffentliche Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Verstoß gegen Naturschutzrichtlinien am Metelisweiher

Die Fraktion Bündnis90/Die Grünen fordert die Verwaltung auf, den Sachverhalt um das Ablassen des Metelisweiher in diesem Frühjahr auf der Gemarkung Ravensburg in Bezug auf eine Verstoß gegen Naturschutzrichtlinien aufzuklären.

Sachverhalt:
Entgegen naturschutzrechtlicher Vorgaben zu möglichen Zeiträumen für das Ablassen von Stehgewässern wurde das Wasser des als Biotop geschützten Metelisweihers im April 2019 abgelassen. Dadurch wurden brütenden Blässhühnern und Schwänen die Gelege zerstört und ihr Nahrungs- und Lebensraum entzogen. Noch dramatischer ist, dass zu diesem Zeitpunkt die Amphibien bereits abgelaicht hatten und die sich schon entwickelten Kaulquappen beim Ablassen vollständig ausgespült und vernichtet wurden. Beim landeseigenen Metelisweiher, der vom Forstamt des Landkreises Ravensburg bewirtschaftet wird, wurde somit in nicht hinnehmbarer Weise gegen artenschutzrechtliche Vorgaben verstoßen.
Wir bitten, dass das Forstamt dazu Rechenschaft ablegen soll. Wie erklärt das Forstamt das Ablassen des Weihers zu einem vollkommen unzulässigen Zeitpunkt?

Die ökologische Aufwertung von ablassbaren Weihern durch regelmäßiges Ablassen, Winterung oder Sömmerung ist grundsätzlich sinnvoll. Selbstverständlich aber nur zu einem Zeitpunkt, bei dem Tiere und Pflanzen nicht gefährdet oder vernichtet werden. In Zeiten des Verlustes von Artenvielfalt und im Wissen um die hohe Bedeutung unserer oberschwäbischen Weiher und Seen für die Kulturlandschaft, für die Biodiversität und für das gesamte Ökosystem ist dieser aktuelle, vollkommen unsinnige Gesetzesverstoß unverantwortlich und darf sich keinesfalls wiederholen.

Ravensburg, 22.5.2019

Maria Weithmann, Fraktion Die Grünen