DIE GRÜNEN IM KREIS RAVENSBURG

Trinkwasserschutz geht vor Kiesabbau

Presseerklärung der Kreistagsfraktion der Grünen

Trinkwasserschutz geht vor Kiesabbau“, so fasste Liv Pfluger, die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag von Ravensburg, die ausführliche Aussprache der Fraktion bei ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause zusammen. Zwar lägen den Mitgliedern
des Regionalverbandes, der letztlich über den geplanten Standort in Grund zu entscheiden habe, noch nicht alle benötigten Stellungnahmen vor, dennoch aber zeichne sich jetzt schon klar ab, dass Eingriffe in den Altdorfer Wald an dieser Stelle und auch anderswo zu irreversiblen Beeinträchtigungen im Grundwasserbereich führen könnten, zumal die Schutzzone für die Trinkwasserquelle der Gemeinden Baienfurt und
Baindt in Weißenbronnen nach den neuesten Erkenntnissen des Geologen Schad eindeutig zu klein bemessen sei.

Darüber hinaus erfülle die Planung in keiner Weise der vom Umweltbundesamt 2015 angesichts des Klimawandels angemahnten größeren Vorsorge für die Einrichtung von Trinkwasserreservegebieten. Das Trinkwasseraufkommen auf dem Waldburger Rücken mit einer Quellschüttung von 150 l / sec sei nämlich hervorragend geeignet, um ca. 60 – 80 000 Menschen in der Wachstumsregion Mittleres Schussental zukunftsorientiert mit erstklassigem und – weil Bauwerke und Aufbereitungsmaßnahmen unnötig seien – preiswertem Trinkwasser zu versorgen.

Deshalb erklärten auch Judith Gebhardt aus Zußdorf und Siegfried Spangenberg aus Wangen, die beiden Mitglieder der Fraktion im Regionalverband, dass sie bei den kommenden Beratungen und Abstimmungen in diesem Entscheidungsgremium von
ihrem Einspruchsrecht Gebrauch machen würden.
Die Fraktion war sich darüber hinaus einig, dass mit der Ressource Kies insgesamt sparsamer umgegangen und stattdessen weitaus stärker als bisher die Aufbereitung von Bauschutt betrieben werden müsse. Auch weite Transportwege seien zu vermeiden und deshalb müsse auch der Export von Kies aus Oberschwaben in die Schweiz oder nach Österreich durch die Erhebung einer Naturschutzabgabe wie in Vorarlberg
verteuert und dadurch vermindert werden. Die dafür nötigen gesetzlichen Grundlagen seien von Bund und Land zu schaffen.

Hildegard Fiegel-Hertrampf aus Baienfurt rief die Mitglieder der Fraktion auf, sich neben ihrem parlamentarischen Einsatz im Kreistag auch an geplanten Kundgebungen gegen den Kiesabbau in Grund zu beteiligen.

JobTicket für Beschäftigte des Landratsamtes Ravensburg

Auf der jüngsten Kreistagssitzung wurde dem Antrag der GRÜNEN zugestimmt, für Bedienstete des Landratsamtes eine bezuschusste Monatskarte für den öffentlichen Nahverkehr einzuführen.

Das so genannte JobTicket, das im Januar 2016 vom Land Baden-Württemberg für Beschäftigte der Landesverwaltung eingeführt wurde, soll durch einen monatlichen Zuschuss von 25 Euro auf den Preis einer Monatskarte die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landes zum Umstieg vom Auto auf Busse und Bahnen bewegen.

Die grüne Kreistagsfraktion des Landkreises Ravensburg stellte Ende 2016 den Antrag, eine solche Möglichkeit auch für Bedienstete des Landratsamtes zu schaffen. „Mit dem Umstieg auf eine nachhaltige Mobilität kann“, so Bruno Sing aus der grünen Kreistagsfraktion, „ein weiterer Betrag zum Klimaschutz und zugleich zur Minderung der Belastung der Luft mit Feinstaub und anderen Schadstoffen geleistet werden.“ Zudem können Kosten für Bau und Unterhaltung von Parkplätzen und weiteren Parkhäusern eingespart werden.

Mit der Durchsetzung des Konzepts zieht der Ravensburger Landkreis mit dem Bodenseekreis gleich, der das JobTicket für seine Angestellten bereits 2016 umgesetzt hatte. Beide Kreise kooperieren seit über zehn Jahren erfolgreich im Verkehrsverbund Bodensee-Oberschwaben (bodo). Nicht zuletzt profitiert auch das Landratsamt Ravensburg von der Einführung des JobTickets, stellt es nach Meinung der grünen Fraktionsvorsitzenden Liv Pfluger doch sicher, dass dieses als attraktiver und innovativer Arbeitgeber wahrgenommen wird.

Pressemitteilung zum Jobticket