DIE GRÜNEN IM KREIS RAVENSBURG

Lebensqualität im Alter sichern

Angeregte Diskussion auch nach dem Ende der Veranstaltung: Dr. Schliz, Ulrich Köpfler, Petra Krebs, Agnieszka Brugger

Zum Thema „Lebensqualität im Alter“ hatte die Bundestagsabgeordnete Agnieszka Brugger zu einem Gespräch mit Petra Krebs, gesundheitspolitische Sprecherin der bündnisgrünen Landtags-Fraktion, am 23.8. ins Gasthaus Gerbe in Amtzell eingeladen. Nach der Begrüßung durch Ulrich Köpfler, Vorstand im Grünen Kreisverband Wangen, legte Agnieszka Brugger zunächst dar, welche Rahmenbedingungen die Grünen im Bund ändern wollen, um älteren Menschen ein bessere Teilhabe zu ermöglichen, etwa durch die Beseitigung von Altersarmut mit einer Garantierente oder mehr bezahlbaren Wohnraum. Auch die angemessene Betreuung und Pflege von Menschen im Alter betonte sie: Wichtig seien Wertschätzung, Bezahlung und ausreichend Stellen, aber auch die bessere Unterstützung der pflegenden Angehörigen.

Petra Krebs legte besonderen Wert darauf, ein zentraler Bestandteil für hohe Lebensqualität im Alter seien soziale Anbindung und gute Versorgung. Wichtig sei dabei eine entsprechende Quartiersentwicklung; sie verwies auf den vom Sozialministerium ausgeschriebenen Ideenwettbewerb „Quartier 2020“. Auch aus Wangen und Aulendorf seien bereits Anträge und Vorschläge zum Zusammenleben der Generationen und zu altersgerechten Wohnformen eingegangen.

Als Praktiker sass Dr. Schliz, Geschäftsführer des ambulanten Pflegedienstes Intermed aus Wangen, auf dem Podium und konnte so sowohl einer Vertreterin der Landes- wie auch der Bundespolitik die Situation aus erster Hand schildern. Problematisch, so Schliz, sei die bestehende strikte Trennung ambulant und stationär. Die Zukunft müsse eine dynamische Verzahnung bringen, etwa in Form der Senioren-WG, die sich gemeinsam eine Tagesbetreuung im Haus leisten kann, ergänzt durch ambulante Pflegeleistungen. Die Überlegungen zur Quartiersentwicklung begrüßte er, Hauptschwierigkeit sei aber der Mangel an Pflegefachkräften.

In der folgenden Diskussion betonte Petra Krebs den Wert der Begegnung: man unterstütze sich, wenn man sich kenne. Dazu brauche es aber dann auch Begegnungsräume. Ein Zuhörer wies auf die Möglichkeiten der Digitalisierung bei der Vernetzung von Hilfsangeboten hin. Bezogen auf die Attraktivität der Pflegeberufe kritisierte Frau Krebs die zunehmende Arbeitsverdichtung. Herr Schliz meinte dazu, die Fluktuation, also die Abwanderung von Mitarbeitenden sei nicht das Problem, sondern der insgesamt wachsende Bedarf. Er befürchte zudem, dass der Wegfall der Pflegehelferstufe bei der Zusammenlegung der Ausbildung der Kranken- und Altenpflege zu weniger Pflegekräften führe. Frau Brugger stimmte zu: Zwar sei die Änderung im Prinzip gut, müsse aber so modularisiert werden, dass es weiter Pflegehelfer mit einjährigem Abschluss geben könne. Die Grünen im Bundestag hätten entsprechende Änderungsanträge eingereicht.

Aufgelockert wurde der Abend durch hintersinnige Gedichte, vorgetragen vom Wangener Gemeinderat Siegfried Spangenberg.