Grünen-Bundesvorsitzende Baerbock erstmals in Ravensburg: Schlange stehen für ein Selfie mit Annalena

Die Zehntscheuer platzte am Dienstagabend aus allen Nähten: Annalena Baerbock, seit 2018 neben Robert Habeck Bundesvorsitzende der Grünen, kam erstmals nach Ravensburg. Lange vor Veranstaltungsbeginn war jeder freie Platz besetzt. Nicht nur Parteifreunde vom Bodensee bis nach Biberach und vom Allgäu bis Sigmaringen waren gekommen, um ihre Vorsitzende zu erleben. Kaum war sie da, bildete sich eine lange Schlange vor ihrem Tisch. Ziel der Wartenden: ein Selfie mit Annalena.

Agnieszka Brugger, die Ravensburger Grüne Bundestagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende, hatte nicht locker gelassen, bis Baerbock, mit der sie freundschaftlich verbunden ist, ihre Einladung angenommen hatte. Die beiden Frauen beantworteten geduldig und eloquent Fragen zum neuen Grundsatzprogramm der Grünen, das gerade mit breiter Beteiligung der Parteibasis erarbeitet wird und im Jahr 2020 zum 40jährigen Bestehen der Grünen fertig sein soll.

Die Besucher*innen ließen es sich aber auch nicht nehmen, jede Menge Fragen zur aktuellen Politik zu stellen. So ging es In einem von der Kreisvorsitzenden Carmen Kremer moderierten Gespräch munter von der Kindergrundsicherung über den Wohnungsmangel , der Nato-Mitgliedschaft und den unterschiedlichen Lebensbedingungen im Osten und im Westen Deutschlands bis zur Gemeinschaftsschule, zur Wirtschaftspolitik und zum Ausstieg aus Kohle und Atom. Annalena Baerbock brachte mehrfach ihre Herkunft als Ostdeutsche ins Spiel. Nicht umsonst heiße die Partei heute noch Bündnis 90 / Die Grünen, weil die damaligen Bürgerrechtlerinnen im Osten Deutschlands es verstanden hätten, Bündnisse zu schmieden, Menschen ganz unterschiedlicher Meinung an runde Tische zu bringen, um gemeinsame politische Ziele voranzubringen.

Manne Lucha, in seiner bayerischen Heimat als Jugendlicher Gründungsmitglied der Grünen und heute Ravensburger Landtagsabgeordneter und Minister für Soziales und Integration, hatte zuvor einen Streifzug durch die Parteigeschichte, die auch seine politische Geschichte ist, unternommen. Er ließ die bisherigen Grundsatzprogramme Revue passieren und betonte, wie notwendig insbesondere der Kampf gegen antidemokratische Kräfte vor Ort, in der Region, im Land und in Europa sei. Er sei stolz auf seine Stadt und die Region. Dass die AfD nicht zu den Kommunalwahlen im Mai antrete, sei Beweis für den klaren demokratischen Konsens in der „grünen Herzkammer Oberschwabens“.