DIE GRÜNEN IM KREIS RAVENSBURG

Die Bedeutung von Kultur für unsere Gesellschaft: Gut besuchter Neujahrsempfang der Gemeinderatsfraktion Ravensburg

Rege Gespräche in der Pause


Gut besucht war der diesjährige Neujahrsempfang der Ravensburger Gemeinderatsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, der unter dem Leitthema "Die Bedeutung von Kultur für unsere Gesellschaft" stand.

In ihrer Begrüßung ging die Fraktionsvorsitzende Maria Weithmann aber auch auf aktuelle kommunale Themen und Problemfelder ein und verwies auf den großen und dringenden Handlungsbedarf bei der Schaffung bezahlbaren Wohnraums sowie bei der Luftreinhaltung. Schon vor der erst für 2019 zu erwartenden Verabschiedung eines offiziellen Luftreinhalteplans müssten jetzt erste Maßnahmen ergriffen werden, um die hohe Schadstoffwerte insbesondere im Einzugsgebiet der Schussenstraße und Wangener Straße, also der B32, spürbar zu senken.

Das erste Grußwort hielt Manne Lucha, Landesminister für Soziales und Integration, auch wenn er zugab, sich mit diesem Format - sich kurz fassen zu müssen - doch etwas schwer tue. Trotzdem gelang ihm ein Rundumschlag, zusammengehalten durch die Betonung der Bedeutung einer Kultur der Toleranz, Offenheit und Solidarität für das gesellschaftliche Miteinander.

Als einziger "parteifremder" Redner ging OB Daniel Rapp in seinem Grußwort vor allem auf kommunale Themen ein, inbesondere die von Maria Weithmann angesprochene Luftreinhaltung. Als Ansätze nannte er unter anderem einen Ausbau der Nahwärmeversorgung im Bereich der Altstadt und einen Ausbau der E-Mobilität, angefangen bei der schrittweisen Umrüstung der städtischen Fahrzeugflotte bis hin zur Nutzung von Fördermitteln zum massiven Ausbau des Angebots an Ladesäulen. Zudem bedankte er sich bei der Fraktion für die gute und verlässliche Zusammenarbeit in den letzten Jahren, insbesondere auch bei der Bewältigung des Flüchtlingszustroms und der Umsetzung von Integrationskonzepten.

Die Bundestagsabgeordnete Agnieszka Brugger mahnte angesichts jüngster Entwicklungen unter großem Beifall: „Hass, Angstmache und Hetze dürfen wir niemals als normal empfinden!“ Zugleich hob sie hervor, wie viele Menschen bei uns sich für Mitmenschlichkeit, Solidarität, Integration und ein gutes Miteinander einsetzten - das mache Mut.

Die folgende Pause, umrahmt von hervorragend interpretierten Stücken des Klarinetten-Trios der Musikschule Ravensburg, nutzten viele der Besucher zum regen Gespräch miteinander, bevor sich der Hauptbeitrag des Nachmittags anschloß.

Petra Olschowski, baden-württembergische Staatssekretärin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, zeigte die vielen Facetten des Leitthemas des diesjähigen Neujahrempfangs auf. Bei allen aktuellen Fragestellungen und Problemlagen, ob nun Migration und Integration, ob demografische Entwicklungen oder Internationalisierung und Digitalisierung komme Kunst und Kultur eine zentrale Rolle zu - etwa um neue Perspektiven zu gewinnen, zu inspierieren, aber auch Freiheit einzuüben. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen in Europa sei ein gemeinsames kulturelles Verständnis wichtig, das bei einem gemeinsamen Wertegerüst zugleich Vielfalt und Eigenheiten nicht nur zulasse, sondern bewusst lebe, im Sinne einer aufgeklärten, offenen, empathischen und toleranten Gesellschaft. „Wir brauchen Kunst und Kultur aller Sparten auf allen Ebenen – sie stärken gesellschaftlichen Zusammenhalt“, so Olschowski abschliessend.