DIE GRÜNEN IM KREIS RAVENSBURG

Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Sicherstellung der nachhaltigen Pflege und des Erhalts der Streuobstwiesen in städtischem Besitz

Streuobstwiesen sind ein wertvoller Lebensraum für eine Vielzahl von Vögeln und Insekten, sie sind Kulturgut und ein Stück regionaler Lebensqualität. Wir müssen alles dafür tun, um sie für kommende Generationen zu sichern.

Im Rahmen des Step 2030 wurde von der Bürgerschaft das Thema Streuobstbestände als sehr wichtig bewertet.

Streuobstwiesenbestände gehören zu den am stärksten gefährdeten Biotopen. Sie sind Schwerpunkte des Artenreichtums. Gerade in der heutigen Zeit, wo wir mit einem besorgniserregenden Insektensterben konfrontiert sind, müssen wir diese „Kleinode“ besonders schützen.

Festzustellen ist, dass Streuobstwiesen in städtischem Besitz teilweise unzureichend gepflegt werden, bzw. dass die in den Pachtverträgen vereinbarte Pflege nicht fachgerecht oder gar nicht erfolgt. Weil aber bereits in den bestehenden Verträgen Pflege verlangt wird, muss die Stadtverwaltung für die Einhaltung der vertraglichen Verpflichtungen Verantwortung übernehmen. Bereits seit Jahren wird von der Grünen Fraktion gefordert, dass der Verlust wertvoller Obstbäume auf unseren Flächen verhindert werden muss.

Wir freuen uns, dass für unsere Streuobstwiesen ein Pflege- und Entwicklungskonzept erstellt wird. Die Grüne Fraktion beantragt:

  • dass Mittel für die Umsetzung des Pflegekonzepts für die fachgerechte Pflege noch im Jahr 2018 bereitgestellt werden
  • dass in bestehenden Pachtverträgen der Pflegeauftrag konkretisiert wird und auf weitere Erfordernisse wie extensive Grünflächenpflege oder Beweidungsintensität eingegangen wird. Die Umsetzung ist in regelmäßigen Abständen zu kontrollieren
  • dass die Stadt private Streuobstwiesenbetreibende in ihrer Arbeit in den Hochstammanlagen unterstützt indem sie z.B. vergünstigte Jungbäume für Ersatz- und Nachpflanzungen zur Verfügung stellt oder geeignete Pflegegeräte anschafft und leihweise zur Verfügung stellt
  • mögliche Fördermittel, wie z.B. die Baumschnittprämie des Landes, sollen zukünftig unmittelbar beantragt werden
  • dass als Sofortmaßnahme die „Hochzeitswiese“ entlang der Meersburger Straße einen fachgerechten Pflegeschnitt erhält und erforderliche Nachpflanzungen erfolgen. Ungeklärte Zuständigkeiten bezüglich des Pächters und der vertraglich vorgesehenen Pflege müssen von der Stadt ausgeräumt werden.

Als Hauptstadt der Biodiversität und ökologische Modellstadt haben wir Vorbildfunktion und Verantwortung für den Erhalt unserer ökologisch und kulturlandschaftlich außerordentlichen bedeutsamen Streuobstwiesen.

Ravensburg, den 4.4.2018

Für die Fraktion Die Grünen

Maria Weithmann, Hannes Kleb