Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Thema Müllvermeidung auf dem Christkindlesmarkt

Sehr geehrter Herr Dr. Rapp, sehr geehrter Herr Blümcke,

Im Ravensburger Stadtrecht sind vorbildliche Richtlinien zur Abfallvermeidung festgelegt worden. Müllvermeidung ist ein zentrales ökologisches Anliegen und die Reduzierung der Abfallmengen liegt in unser aller Interesse. Das Plastikmüllproblem in den Weltmeeren hat uns für diese Thematik noch stärker sensibilisiert. Plastikmüll in der Umwelt trägt zum Verlust der Artenvielfalt bei und hat ein bedrohliches Ausmaß angenommen.

Im Sinne von „Global denken, lokal handeln“ ist uns der nachhaltige Umgang mit Ressourcen ein wichtiges Anliegen. Dies hat der Ravensburger Stadtrat in den „Richtlinien zur Durchführung von umweltverträglichen Veranstaltungen“ vom 30.3.2009 verbindlich geregelt und verpflichtet darin alle Marktbeschicker, Standbetreiber und Veranstalter auf öffentlichen Straßen und Plätzen Speisen und Getränken nur in pfandpflichtigen, wiederverwendbaren Verpackungen und Behältnissen auszugeben. Die Stadt hat hierbei auch Vorbildfunktion für private Imbissbetreiber und To go-Produkteanbieter, bei denen wir auf Nachfüllbecher und Mehrweggeschirr hinwirken möchten.

Umso irritierender ist es, dass dies beim Christkindlesmarkt in Ravensburg auch in diesem Jahr von einigen Standbetreibern nicht berücksichtigt wurde. Die Mülleimer quollen über von Plastikschälchen, Kartons, Mülltüten, leere Ketchup-und Glühweinkartons und Plastikbesteck bis hin zu gefüllten Müllsäcken aus den Ständen. Nach Beendigung des Marktes musste der Betriebshof riesige Müllmengen entfernen. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, wie hoch die dadurch entstandenen Entsorgungskosten waren.

Wir beantragen, dass beim kommenden Christkindlesmarkt die Einhaltung der Richtlinien zur Abfallvermeidung und zur Ressourcenschonung überprüft wird und die Nichteinhaltung unserer städtischen Richtlinien konsequent geahndet wird. Über die entsprechende Vorgehensweise bitten wir in einer der folgenden Sitzungen des Verwaltungs- und Wirtschaftsausschusses zu beraten.

Ebenfalls als Beitrag zur „Ressourcenschonung“ beantragen wir, dass beim Christkindlesmarkt 2019 die zahlreichen Tannenbäume, die als Dekoration dienen, primär an Menschen mit geringem Einkommen oder andere interessierte Bürgerinnen und Bürger zur Verwendung als Christbaum angeboten werden. Die Vergabe sollte bereits im Vorfeld geregelt werden, damit die Empfänger rechtzeitig planen können. Immerhin handelte es sich insgesamt um 60 Bäume .Evtl. kann ein geringer Beitrag dafür einem sozialen Zweck zukommen. Im Jahr 2018 flogen diese Tannenbäume wegen des Sturms über den Marienplatz und es stellten sich nicht wenige Passanten die Frage, ob mit diesen gefällten Bäumen nicht auch anderweitig umgegangen werden könnte.

Wir bitten darum, unsere Anliegen beim kommenden Christkindlesmarkt zu berücksichtigen und vor allem auf die Einhaltung der Richtlinien zur Müllvermeidung Einfluss zu nehmen.

Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Maria Weithmann

Ozan Önder

Ravensburg, 16.1.2019

 

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