Grüner Themenabend zu „Verkehrspolitik in Ravensburg“

Grüne OrtschaftsrätInnen, GemeinderätInnen und Kandidierende auf den Listen der Grünen zur Wahl im Gemeinderat und den Ortschaften diskutierten am 28.3. verkehrspolitische Fragen rund um den Bereich Nahverkehr, Förderung der Elektromobilität und Erreichbarkeit der Innenstadt.

Eine deutliche Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs muss oberste Priorität erhalten. Es ist zu prüfen, wo und wie über weitere Linien zusätzliche Fahrgäste zu gewinnen sind. Die ungünstige topografische Lage Ravensburgs, wo die Menschen an den Hanglagen teilweise längere Wege zur nächsten Bushaltestelle zurücklegen müssen, erfordert Überlegungen, wie z.B. durch zusätzliche Klein-oder Rufbusse diese Wohnlagen besser an den Nahverkehr anzubinden wären. Das Anfahren zusätzlicher Nebenstraßen durch die Busse der Hauptlinien ist keine sinnvolle Option, da dies zu längeren Fahrtzeiten dort führen würde. Laut einer Umfrage des BUND-Ravensburg hat der Zeitfaktor höchste Priorität bei der Wahl des Verkehrsmittels.

Im Zuge der baulichen Entwicklungen in den Ortschaften, vor allem auch in Taldorf und Alberskirch, muss das ÖPNV-Angebot unbedingt verbessert bzw. entwickelt werden.

Die Grünen sind nicht der Meinung, dass Nahverkehr kostenlos zu sein hat. Entscheidend ist die Qualität des Busangebots: gute Taktungen, kurze Wege zu den Haltestellen, keine überfüllten Busse. In der Regel ist nicht der Preis der entscheidende Faktor für Bürgerinnen und Bürger, den Bus zu nutzen, sondern Abwägungen hinsichtlich der Bequemlichkeit bei der Mobilität. Es muss uns gelingen, mit einem guten Angebot und Anreizen zu punkten, wie der direkten Erreichbarkeit der Innenstadt und dem Wegfall der lästigen Parkplatzsuche. Auch z.B. Busbeschleunigungsspuren führen zu einem Zeitvorteil gegenüber dem PKW.

Besonders hervorgehoben wurde die Verantwortung der Firmen für betriebliche Mobilitätskonzepte. Es sind Anreize zu schaffen, dass Mitarbeitende anstelle des PKWs vermehrt anderweitige Verkehrsmittel nutzen. Job-Tickets und Job-Fahrräder sollten in allen Firmen selbstverständlich sein. Daneben wurde daran erinnert, dass früher große Firmen für ihre Mitarbeitenden immer auch Werkbusangebote zur Verfügung gestellt haben. Durch dieses Angebot könnten wertvolle Flächen, die jetzt als Parkflächen erforderlich sind, höherwertigen Nutzungen zugeführt werden.

Die Anwesenden waren sich darin einig, dass die Stärkung der nachhaltigen Mobilität „Vorfahrt“ bekommen muss. Wir wollen Verantwortung dafür tragen, dass durch die Reduzierung des Verkehrsaufkommens die Menschen auch in Zukunft gesund und gerne in der Stadt und ihren Ortschaften leben möchten. Die Mobilität der Zukunft bedeutet aber nicht, dass wir weniger, sondern anders mobil sein werden.

Maria Weithmann (Stadträtin Ravensburg),
Hannes Kleb (Ortschaftsrat Taldorf, Stadtrat Ravensburg)

Ravensburg, 29.3.2019

 

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