Grüne Gemeinderatsfraktion gegen offene Eisfläche

Stellungnahme zum SZ-Bericht am 5.4.: „EVR will zweite Eisfläche – auch ohne Dach“

 

Diese Forderung des EVR - in Zeiten der Klimakrise und nach einem extremen Hitzejahr 2018 - eine Eisfläche ohne Halle zu bauen, ist ökologisch unverantwortbar. Dies würde sämtliche Bemühungen der Stadt Ravensburg für Energieeinsparung und Energieeffizienz konterkarieren.

Ravensburg ist ökologische Modellstadt und erhielt die Auszeichnung des European Energy Award für das Engagement im Bereich Energieeffizienz und Energieeinsparung. Seit vielen Jahren wird dank dem Engagement zahlreicher Akteure erfolgreich in energetische Maßnahmen investiert. Die Energiewende ist ohne das Handeln auf kommunaler Ebene nicht zu verwirklichen.

Die Förderung der Sportvereine, ob im Breiten- oder Spitzensport, ist ein wichtiges und stadtprägendes Element. Deshalb wurden im Jahr 2018 durch eine Machbarkeitsstudie der Stadtwerke die Bedingungen und Kosten für eine 2. Eisfläche intensiv geprüft. Es wurde sowohl ein Anbau an die bestehende Eissporthalle, als auch für den Bau einer Kunststoffeisbahn untersucht. Die Kosten für den Hallenanbau stellten sich als zu hoch heraus. Nach Besichtigung einer Kunststoffeisbahn wurde auch dieser Plan fallen gelassen, da die Qualität einer Kunststoffeisbahn nicht den Erwartungen der Eislaufvereine in Ravensburg entspreche. Eine Eisfläche ohne Halle wurde in der Machbarkeitsstudie nicht geprüft, da sie aus energetischen Gründen keine Option darstellte. Dass nun nach einem Jahr, in dem wir in noch nie dagewesener Form mit der Klimakrise konfrontiert wurden, diese Forderung vom EVR erhoben wird, ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich für den Klimaschutz in unserer Stadt einsetzen.

Neben der ökologischen Komponente stellt sich die Frage, wer die Betriebskosten für diese Stromverschwendung finanzieren würde. Aktuell liegt das von den Stadtwerken zu tragende Defizit der Eissporthalle bei über 800.000 € jährlich. Dieses Defizit ist deutlich höher als der jährliche Zuschuss der Stadt für den gesamten öffentlichen Nahverkehr.

Eine Eisfläche im Freien würde das Defizit noch einmal deutlich erhöhen. Es ist unvertretbar, lediglich die Investitionskosten zu benennen, nicht aber die laufenden Betriebskosten, die von der Allgemeinheit zu finanzieren sind. Deshalb ist für uns nicht die Frage „wer sind die Verlierer“, sondern „wir alle wären die Verlierer“ durch dauerhaft hohe Folgekosten einer ökologisch unverantwortlichen Fehlentscheidung.

 

Ravensburg, 6.4.2019

Maria Weithmann, Nora Volmer-Berthele, Fraktion die Grünen im Gemeinderat

 

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