Öffentliche Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Radverkehrsförderung

In Ravensburg wurde im Jahr 2014 das Radverkehrskonzept verabschiedet. Mit viel Sachverstand, Engagement und dem Ziel, den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen maßgeblich zu steigern. Die geplanten Maßnahmen für mehr Sicherheit für den Radverkehr sollten innerhalb von 7 bis 10 Jahren umgesetzt werden.

Nun befinden wir uns im 4. Jahr der Umsetzung und stellen fest, dass erst 20 der insgesamt 108 Maßnahmen umgesetzt wurden. Die städtischen Mittel für den Radverkehr wurden aufgestockt, aber dieses Ergebnis kann uns nicht zufrieden stellen.

Außerdem ist nun ein Radverkehrskonzept für den Gemeindeverband Mittleres Schussental in Planung, das auch die Fortschreibung unseres städtischen Radverkehrskonzepts beinhaltet. Angesichts der schleppenden Umsetzung der 1. Stufe stellt sich die Frage, wann dann die Fortschreibungsmaßnahmen realisiert werden sollen.

Wir bitten um Beantwortung folgender Fragen:

  • Welche Maßnahmen wurden bisher umgesetzt?
  • Wie viel Geld wurde bisher aufgewendet? Sind die geplanten 250.000 € ausgeschöpft worden und wie hoch sind die zusätzlichen Fördermittel von Bund und Land?
  • Welche konkreten Schritte ergreift die Stadt, um das gesteckte Ziel der Umsetzung in 7 bis 10 Jahren zu erreichen?
  • Wie werden die aktuell in Planung befindlichen neuen Wohngebiete, z.B. im Osten der Stadt, mit den zu erwartenden neuen Verkehrsströmen in das bestehende Radverkehrskonzept integriert?

Wie man in anderen Städten sehen kann, helfen gut ausgebaute, deutlich markierte und abgetrennte Radverkehrsanlagen, die jedoch teilweise nicht ohne Einschränkungen für den motorisierten Individualverkehr im Straßenverkehr möglich sind, den Anteil des Radverkehrs zu erhöhen.

Die Zahlen aus der Verkehrsbefragung des GMS verdeutlichen das Potential für die Verlagerung des motorisierten Verkehrs auf den Fuß- und Radverkehr: 55% aller Autofahrwege sind unter 5 km, 25 % der Autofahrwege sind bis 2 km und 10 % aller Autofahrwege sind bis 1 km. Die Attraktivität des Radfahrens muss mit Hilfe von sicheren, direkten und schnellen Radwegen gestärkt werden.

Vor dem Hintergrund von Luftschadstoffbelastung und ständigen Verkehrsstaus ist es dringend erforderlich, dass mehr Geld und mehr planerische Kapazitäten für die Realisierung der Maßnahmen eingesetzt werden.

 

Ravensburg, 14.12.2018

Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen

Maria Weithmann

 

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